Honiganalyse Sommer 2017

Mir ist gerade aufgefallen, dass ich die Analyse des Sommerhonigs noch nicht veröffentlicht habe. Dem Versäumnis komme ich hiermit umgehend nach.

Der diesjährige Sommerhonig ist im Vergleich zu den vergangenen Jahren besonders. Die sonst in München sehr dominante Linde hat sich in diesem Jahr nicht hervorgetan. Wie in der Analyse zu sehen, ist die Tracht eine sehr vielfältige gewesen, was für den besonderen Geschmack sorgt.

Eines der wichtigsten Kriterien ist der Wassergehalt, welcher für die Beurteilung der Haltbarkeit und der grundsätzlichen Honigqualität ausschlaggebend ist.

Mit 15,8% Wassergehalt ist der diesjährige Sommerhonig extrem trocken. Ein absolutes Qualitätsmerkmal. Man erkannte den niedrigen Wassergehalt schon beim Schleudern an der Viskosität bzw. Zähigkeit.

Honige über 18% Wassergehalt dürfen gem. dem Deutschen Imkerbund nicht in den Verkehr gebracht werden. Es besteht die Möglichkeit der Gärung.

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Sommerernte 2017

Hier ein kurzer Beitrag zur Ernte des Sommerhonigs am 09.08.2017

Honigernte 2017 from Krautgartenimker on Vimeo.

Sommerernte

Am Sonntag um 8.00 Uhr machte ich mich bei strahlendem Sonnenschein daran, die Honigzargen abzuernten, die der Dieb nicht hat tragen können. Ich brauchte gute 1,5 Stunden und zog den Unmut der Bienen auf mich. 

Wie in einem meiner früheren Erntevideos ersichtlich, nimmt man jede einzelne Wabe aus dem Honigraum und kehrt die Bienen ab. Die vollen Honigwaben kommen dann in eine bienendichte Plastikbox, da sonst sofort eine große Räuberei einsetzt. Zu dieser Jahreszeit finden die Bienen nur noch wenig Nektar und sind deshalb immer auf der Suche nach Honig, den der Imker irgendwo offen stehen lässt oder verschüttet hat. 

Auffällig waren die vielen Wespen. Nach meinem Gefühl gibt es dieses Jahr besonders viele Wespen. Vielleicht liegt das an der heißen Witterung in diesem Sommer. Die Wespen sind natürlich überall sofort da, wenn es nach Honig riecht. Die sind sogar so mutig, dass sie alleine schnurstracks in die Bienenstöcke einkaufen. Dieser Übermut rächt sich meist sehr schnell, denn die Wächterinnen im Bienenvolk schmeißen die Wespen hochkant wieder aus dem Stock hinaus. 

Nach ewigem Geschleppe fuhr ich dann also zu meinem Imkerkollegen, um dort den Honig zu schleudern. Es dauerte gute 3 Stunden bis wir den kompletten Honig in Eimern in mein Auto luden. So langsam artet die Imkerei wirklich in Arbeit aus. 🙂

Der Sommerhonig dieses Jahr ist wirklich hervorragend geworden. Durch die heiße Witterung ist der Honig sehr dickflüssig, der Wassergehalt also weit unter 17%. Deutlich ist die Linde herauszuschmecken, mit ihrer typisch aromatisch herben Note. Farblich handelt es sich um einen sehr hellen, klaren Honig. 

Der Honig muss nun einige Tage stehen. Feinste Wachspartikel, die trotz Sieb im Honig sind, verbinden sich mit dem Luftblasen und bilden dann auf der Oberfläche des Honigs einen Schaum. Diesen schöpft man ab, da er den Honig rein optisch beeinträchtigen würde. 

Ich hebe mir den abgeschöpften Schaum auf und nutze ihn ganz normal als Honig. Auch sehr köstlich. 

Nach dem Abschöpfen werde ich den größten Teil des Honigs dann rühren. Das sorgt für eine cremige Konsistenz und der Honig fließt nicht mehr so leicht vom Brot. Ich wurde in den letzten Jahren immer gefragt ob ich denn nicht auch gerührten Honig hätte. Dieses Jahr hab ich mir also die benötigte Ausstattung gekauft (extra Bohrmaschine, Rührer) und bin schon auf das Ergebnis gespannt. 

Dann nur noch abfüllen und fertig.