Schietwedder

Seit mittlerweile mehreren Wochen haben wir in München wirklich miserables, regnerisches, kaltes Wetter, mit Temperaturen, die nachts nur knapp über dem Gefrierpunkt und tagsüber oft unter 10 Grad liegen.

Eine ordentliche Kontrolle der Völker hinsichtlich Schwarmtrieb ist derzeit nicht denkbar, Honig ist so gut wie keiner in den Honigräumen.

Die Eisheiligen sind nun eigentlich durchgestanden und am Samstag soll sich die Temperatur auch in Richtung 20 Grad bewegen. Bin mal gespannt.

Die Bienen müssen nun in den nächsten zwei Wochen ordentlich ranklotzen, sonst schaut es finster aus mit der Frühjahrsernte. Die Linde steht schon in den Startlöchern und wird in etwa zwei Wochen ihre Blüten öffnen. Mit der Linde beginnt dann bei uns die Produktion des Sommerhonigs, vorher muss der Frühjahrshonig ausgeschleudert werden.

Für den Geschmack der Bienen war das bisher wirklich ein bescheidenes Frühjahr.

Ein Blick ins Flugloch zeigt, dass sich die Bienen zu einer Art Wintertraube fest zusammengekuschelt haben. Flugverkehr: Fehlanzeige.

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Schwarmkontrolle, Pollenvielfalt, Rettung des drohnenbrütigen Volkes

Spätestens Ende April beginnen wir mit der regelmäßigen Durchsicht aller Völker auf Schwarmstimmung. Die Völker entwickeln sich nun rasant, die Bienenmasse nimmt von Woche zu Woche stark zu. In den nächsten Wochen tendieren die Bienen instinktiv dazu, sich durch Schwarmbildung zu vermehren. Welche Faktoren die Bienen genau dazu veranlassen, einen Schwarm zu bilden, ist nicht hundertprozentig belegt. Mit Sicherheit spielt das Platzangebot in der Beute eine große Rolle. Wenn ein Volk schwärmt, verlassen die Königin und ein Großteil der Bienen den Stock auf der Suche nach einem neuen Zuhause. Das Volk liefert dem Imker dann in diesem Jahr keinen Honig mehr, weshalb die meisten Imker sich in Schwarmverhinderung üben.

Bei der Durchsicht hält der Imker Ausschau nach Weiselzellen. Netterweise zieht die Königin bevor sie sich vom Acker macht noch einige neue Königinnen nach. Das zurückgebliebene Restvolk kann somit weiter existieren.

Sind also im Volk Weiselzellen zu sehen, droht der Schwarm. Dann sind Maßnahmen zur Schwarmverhinderung zu treffen (Weiselzellen brechen, Ableger bilden, um die Bienenmasse zu reduzieren, mehr Raum geben etc.)

Bei unseren Völkern konnten wir heute bei zwei Völkern eine beginnende Schwarmstimmung feststellen. Hier werden in den nächsten Tagen Königinnenableger gebildet, um das Schwärmen zu verhindern. Dazu im nächsten Beitrag mehr.

Im letzen Beitrag berichtete ich über ein drohnenbrütiges Volk. Wir hatten dem Volk zwei Rähmchen mit junger Brut zugehängt, aus welchen sie sich eine neue Königin ziehen sollten. Der Eingriff scheint bisher von Erfolg gekrönt zu sein, wir entdeckten vier verdeckelte Nachschaffungszellen:

 

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Wenn weiterhin alles gut läuft, schlüpft die Königin am 16. Tag nach der Eiablage. Arbeiterinnen schlüpfen erst am 21. Tag, Drohnen brauchen noch länger, sie schlüpfen am 24. Tag.

Bei unserem Volk sollten die Weiselzellen ca. 11 Tage alt sein. In fünf Tagen würden die Königinnen dann schon schlüpfen. Die Tage nach dem Schlupf sollte das Wetter einigermaßen ordentlich sein, damit die Königin auf ihren Hochzeitsflug gehen kann, um sich so mit mehreren Drohnen zu paaren.

Erwähnenswert bei der heutigen Durchsicht war die Pollenvielfalt. Es werden derzeit verschiedenste Farbschattierungen eingetragen – von Grün bis Purpur ist alles dabei. Besonders interessant – hatte ich so auch noch nie gesehen, aber in der Vergrößerung ist es gut zu erkennen: Der Pollen weist lauter klitzekleine Vertiefungen auf, er wurde folglich durch Arbeiterinnen in die Zellen gestampft. Ob die das mit ihrem Hintern, oder mit dem Kopf machen, konnte ich noch nicht beobachten.

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Hier zwei Bilder von Bienen mit dicken, bunten Pollenhöschen:

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Der leuchtend rote Pollen stammt von der Rosskastanie.

1. Schwarmkontrolle und Gabe weiterer Honigräume + Korrektur eines mittelschweren Fehlers

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Die Durchsicht am 12.04.14 ergab, daß Volk 1 und Volk 3 enorm gewachsen sind. In beiden Völkern sind erste Spielnäpfchen zu finden. Das sind quasi die Vorboten der Schwarm- / bzw. Weiselzellen. Es sind bereits auch reichlich Drohnen in den beiden Völkern vorhanden.

Bei Volk 3 habe ich einen wirklich blöden Fehler gemacht, als ich vor zwei Wochen den Honigraum (3. Zarge) aufgesetzt habe. Ich nahm damals zwei Bruträhmchen aus dem Brutraum und platzierte sie im Honigraum, damit dieser von den Bienen besser angenommen werden würde. Leider habe ich dabei die Königin übersehen und sie versehentlich in den Honigraum, der überwiegend aus Mittelwänden bestand, eingesperrt.

Gestern nun, beim Blick in den Honigraum, fand ich folgendes vor:

Alle Waben wurden ausgebaut. Die Königin hat auf 9 von 10 Waben Brut angelegt, überwiegend noch Stifte oder sehr junge Maden.

Nun musste ich mir natürlich überlegen, wie ich weiter vorgehen würde. Ich nahm also den ehemaligen Honigraum, jetzt Brutraum, ab und platzierte ihn an unterster Stelle. Darüber gab ich eine der alten Brutzargen als zweiten Brutraum. Dann Absperrgitter, darüber einen neuen Honigraum mit lediglich Mittelwänden und darüber wiederum den bereits halb gefüllten Honigraum.

Wie auf dem Bild zu sehen, besteht das Volk 3 nun also aus zwei Bruträumen und zwei Honigräumen.

Der Umbau war ziemlich invasiv und dementsprechend garstig waren die Bienen auf mich zu sprechen, aber er war auch unumgänglich!

 

Bei Volk 1 und 3 habe ich zudem die Baurahmen ausgeschnitten. Sie waren wunderbar regelmäßig mit verdeckelter Drohnenbrut ausgebaut. Wie ich weiter unten bereits erklärt habe, dient das Ausschneiden der Drohnenbrut der Varroa-Bekämpfung.

 

Volk 2 ist unauffällig, wächst dezent, trägt Honig ein und zeigt keine Schwarmambitionen.

Volk 4 ist schwachbrüstig, könnte aber zur Lindentracht gut dastehen.

 

Bei den Völkern 1 bis 3 sind nun die Fluglöcher auf maximale Größe erweitert. Der Verkehr an den Löchern hatte einfach zu stark zugenommen.