Restentmilbung mit Oxalsäure im Dezember 2015

Ende des Jahres waren die Bedingungen für die Oxalsäurebehandlung schließlich, nach dem viel zu warmen Dezember, akzeptabel. Zwar waren einige Völker noch in der Brut, was den Wirkungsgrad der Oxalsäure verringert, ein weiteres Zuwarten wäre aber nicht möglich gewesen.

Nachdem ich seit vielen Wochen nicht mehr in die Völker geblickt hatte, war es spannend zu sehen, wie sie sich in der Zwischenzeit entwickelt hatten.

Einige Völker sind richtig stark und ich habe keinen Zweifel daran, dass diese gut über den Winter kommen, sollte der Futtervorrat ausreichen. Das Winterfutter muss nun regelmäßig überprüft werden. Durch den warmen Dezember haben die Bienen überdurchschnittlich viel davon verzehrt. Eine eventuelle Notfütterung im Spätwinder muss in Betracht gezogen werden.

Das schwächste Volk sitzt auf 4 Wabengassen, ich gehe auch hier davon aus, dass es den restlichen Winter gut übersteht:



Zur Oxalsäure konkret:

Oxalsäure ist eine organische Säure, die zB im Rhabarber und im Spinat vorkommt. Ich verwende das Produkt Oxuvar, da dieses bereits abgemischt ist und ich eine Fehldosierung vermeiden kann. Starke Völker bekommen 50 ml der handwarmen Lösung direkt auf die Winterttraube geträufelt. Die Lösung enthält Zucker, die Bienen putzen sich gegenseitig und verteilen das Produkt so untereinander.

Die Oxalsäure tötet die Varroamilben, die auf den Bienen sitzen. Die meisten Milben befinden sich in den Brutzellen, wo sie sich auch vermehren. Dort wirkt die Oxalsäure leider nicht, im Gegensatz zur Ameisensäure, die zur Sommerbehandlung verwendet wird. Es wird nun in Fachkreisen kontrovers diskutiert, ob bei noch vorhandener Brut die Oxalsäurebehandlung überhaupt Sinn macht. Meines Erachtens macht sie trotzdem Sinn, was sich auch auf den Kontrollwindeln zeigt.

48 Stunden nach der Behandlug überprüfte ich den Milbenfall. In einigen Völkern fand ich Milben in nicht zu knapper Anzahl:


  
  

Die Oxalsäure darf nur bis zum 31.12. verwendet werden. Hierdurch wird vermieden, dass im Honig des nächsten Jahres Spuren der Säure zu finden sind.
Jetzt heißt es weiter warten und die Füße still halten. Langsam aber sicher werden die Tage nun wieder länger. Die Bienen bereiten sich auf das kommende Frühjahr vor und beginnen ab Ende Januar bereits wieder mit dem Brüten. Sie wollen zum Start des Bienenjahres, wenn also die ersten Pflanzen erblühen, kräftig genug sein, um das Trachtangebot auch nutzen zu können.

Neben regelmäßigen Sicht- und Hörkontrollen gibt es in den nächsten Wochen für mich nichts zu tun an den Völkern.

In der Werkstatt werden derweil die Winterarbeiten (Rähmchen drahten und Mittelwände einlöten etc) durchgeführt.

Hier noch ein paar Eindrücke vom Stand:


  
  

Sonniger Dezember

Bei einem kurzen Besuch waren nur wenige Bienen zu sehen, die sich trotz des frühlingshaften Wetters aus der Beute getraut hatten. 

Am 07.12.15 hatten wir tatsächlich Ca. 15 Grad und Sonne. Es fühlte sich etwa an, wie im März. 

 Ich gehe davon aus, dass noch immer Brut in den Völkern ist. Die Oxalsäurebehandlung muss weiter warten. 

 

   
 

Spätherbstlicher Kontrollgang

 Am 30.11.2015 stattete ich den Bienen einen kurzen Besuch ab. Bei starkem Wind und 7 Grad herrscht Stille am Stand. 
In wenigen Wochen wird es Zeit für die winterliche Restentmilbung, welche mit organischer Oxalsäure (z B enthalten in Rhabarber) durchgeführt wird. Nach der nun eingetretenen, kalten Witterung sollten die Völker nun bald brutfrei sein, was für eine regelgerechte Varroabehandlung dringend notwendig ist. 

Mehr zu diesem Thema dann Ende Dezember. 
Der geneigte Leser erkennt am folgenden Bild, dass mal wieder etwas vom Stand entwendet wurde. Die gelbe Warntafel „Vorsicht Bienen“ hat jemand wohl gebrauchen können. Sie wurde feinsäuberlich abgeschraubt. 😡  

  

 

Flugbetrieb im Herbst

Am Samstag, den 24. Oktober 2015 herrschte bei den Bienen ein Flugbetrieb wie zur Volltracht im Mai. Wirklich beeindruckend. Die Bienen nutzen den warmen Tag um vor dem langen Winter nochmal die Toilette aufzusuchen. Außerdem versorgen sie sich mit reichlich frischen Pollen. 

Da alle Völker ordentlich Pollen sammeln, gehe ich davon aus, dass überall noch frische Brut vorhanden ist. Wunderbar. 
 

 

Später Flugverkehr

 Am 3. Oktober bei 22 Grad war einiges los an den Fluglöchern. Es wird kräftig Pollen verschiedener Couleur eingetragen.  

  

Wintervorbereitungen

Heute führte ich eine abschließende Durchschau bei meinen 6 Völkern durch. Besonders wichtig war, ob denn die zugesetzten Königinnen von den beiden Völkern angenommen worden waren und wie die Futtersituation sich darstellte.

Erfreulicherweise sind die beiden Königinnen aus Schrobenhausen von den Völkern angenommen worden. Sie haben auch schon kräftig mit der Eiablage begonnen und die Bienen tragen fleissig Pollen ein.

Bei drei Völkern musste ich nochmal etwas Zuckerlösung füttern, damit das Winterfutter auch bis in das Frühjahr ausreicht.

Alle Völker machen einen kräftigen und gesunden EIndruck. IMG_0145

Honigvertrieb über nearbees.de

Ich bin seit kurzer Zeit auch bei http://www.nearbees.de registriert.  Dieses, durch crowdfounding finanzierte, Münchener Startup hat es sich zum Ziel gesetzt, Honig lokal besser zu vermarkten. Der größte Teil des von den Deutschen konsumierten Honigs wird noch immer importiert (meist aus China, Chile, Bulgarien etc.). Einer der Hauptgründe ist, dass die vielen kleinen Imker in Deutschland ihren Honig meist nur in der Nachbarschaft oder unter Freunden und Bekannten verkaufen. Der Honigliebhaber, beispielsweise in München, kennt aber möglicherweise persönlich keinen Imker in seiner Umgebung und geht deshalb lieber in den Supermarkt und kauft ihn dort. Diese Lücke möchte nearbees.de schließen und diese Idee finde ich einfach klasse. 

Nearbees.de befindet sich aktuell noch in der Betaphase, ich kann mir aber gut vorstellen, dass sich das System bald bewährt. 

Link zu meinem Nearbees-Profil

Volk umweiseln

Am Samstag, den 29.08.2015 bekam ich zwei frische Königinnen der Rasse Carnica jeweils in einem Begattungskästchen. Bei den Begattungskästchen handelt es sich um handliche Beuten, die nur der Aufzucht von Königinnen dienen. Eine der Königinnen war bereits vor einiger Zeit geschlüpft, hatte sich schon auf den Hochzeitsflug begeben und legt jetzt sehr fleißig Eier.Ich besorgte mir die Königin, da ich bei dem ganz rechten Volk (Vorderansicht) im Frühjahr schon festgestellt hatte, dass die vorhandene Königin sehr schwach ist und das Volk erst sehr spät in Schwung kam. Zur Frühjahrstracht hatte die Königin es nicht geschafft, ihr Volk dahingehend zu verstärken, dass die Frühjahrstracht eingebracht werden kann.

Weiterhin waren die Nachkömmlinge dieser Königin relativ unleidig und hatten aggressive Tendenzen. Beim Öffnen der Beute kamen mir teilweise schon Bienen entgegen und umschwirrten meinen Kopf, was ein entspanntes Arbeiten am Volk schwer machte.

Ich entschloss mich also ob dieser Gründe, die Königin im Spätsommer durch eine friedlichere und fleißigere zu ersetzen.

Mit dem Zuchtmaterial dieses Imkers aus Schrobenhausen habe ich bisher sehr gute Erfahrungen gemacht. Seine Bienen sind auf absolute Friedfertigkeit gezüchtet und sind sehr fleißig.

Am Samstag war es nun also soweit. Ich holte die Königin mit ihrem kleinen Hofstaat in Schrobenhausen ab. An meinem Bienenstand führte ich eine Durchsicht des Volkes durch und musste feststellen, dass weder junge Brut, noch frische Stifte aufzufinden waren. Das Volk war also von selbst weisellos geworden. Ich entdeckte dann auch leere Königinnenzellen, aus welchen definitiv Königinnen geschlüpft waren und eine, noch besetzte Königinnenzelle. Trotz intensiver Suche konnte ich keine Königin im Volk finden. Ich brach die letzte Königinnenzelle in der Hoffnung aus, dass das Volk nun definitiv weisellos sei, dann setzte ich die neue Königin aus Schrobenhausen auf.

Hierzu öffnete ich die Unterseite des Begattungskästchens und platzierte dieses direkt auf die Rähmchen. Um zu verhindern, dass die neue Königin durch mein altes Volk „abgestochen“ wird, legte ich unter das Begattungskästchen eine Lage Zeitungspapier und perforierte selbiges mit einem Nagel. Durch diese Technik soll der Geruch der neuen Königin langsam in mein Bienenvolk einströmen, sodass sich die Bienen an den neuen Königinnenduft gewöhnen können. Sowohl die Bienen aus dem Begattungskästchen als auch die Bienen von unten werden sich langsam durch das Zeitungspapier fressen und die beiden Völker werden sich vereinigen. Die Hoffnung ist, dass die neue Königin dann angenommen wird und alsbald in Eiablage gehen kann.

In 10 Tagen werde ich das betroffene Volk erneut kontrollieren. Ob die Königin angenommen wurde, wird sich dann zeigen.

Bei der Durchsicht der anderen Völker stellte ich fest, dass das ganz linke Volk (Vorderansicht) leider auch weisellos ist. Das Volk ist leider nahezu brutfrei, fast die ganze Zarge ist mit Futter gefüllt. Sollte ich bei diesem Volk nicht eingreifen, wird es den Winter definitiv nicht überstehen.

Ich bekam aus Schrobenhausen noch ein weiteres Begattungskästchen, in welchem in Kürze eine weitere Königin schlüpfen wird. Sobald diese Königin begattet ist und in Eiablage geht, werde ich sie diesem weisellosen Volk zusetzen. Sollten diese Maßnahmen ohne Erfolg bleiben, muss ich das entsprechende Volk auflösen.

   
    
   

Windelkontrolle und 2. Varroabehandlung

24 Stunden nach der Ameisensäureanwendung kontrollierte ich die eingeschobenen Windeln auf abgefallene, tote Varroamilben. Ich konnte nur sehr vereinzelte feststellen. Das deckt sich mit den Aussagen, die andere Imker zum diesjährigen Varroabefall getätigt haben. Scheinbar aufgrund des heißen Sommers ist der Varroabefall dee Bienenvölker sehr gering. 

Zur Sicherheit schloss ich an die Kontrolle gleich die nächste Behandlung an.