Königinnenableger gebildet

Heute bildete ich von Volk 3 einen Königinnenableger. Die Ablegerbildung dient zum einen der Schwarmverhinderung und zum anderen natürlich der Völkervermehrung.

Es gibt viele Arten von Ablegern, wie z.B. den Brutableger. Hier werden dem Volk Brutwaben ohne Königin entnommen und in eine neue Beute gegeben. Die auf den Brutwaben sitzenden Bienen ziehen sich aus der Brut eine neue Königin und schon hat man ein neues Bienenvolk, das im nächsten Jahr dann als normales Wirtschaftsvolk genutzt werden kann.

Beim Königinnenableger entnimmt man ebenso Brutwaben, diesmal aber inklusive der Königin. Der Vorteil dieser Ablegerart ist, dass sich das neue Volk in der Regel sehr schnell entwickelt. Zudem sinkt beim Spendervolk die Schwarmstimmung deutlicher, als beim Brutableger.

Ich machte mich also heute, nachdem ich letzte Woche schon bestiftete Schwarmzellen gesichtet hatte, um die Mittagszeit auf den Weg zum Bienenstand. Das Wetter war leider sehr durchwachsen, und es herrschte nahezu kein Flugverkehr vor dem Fluglöchern.

Volk drei, das „neue“ Volk, welches in den Erlanger Beuten sitzt, hat sich in diesem Frühjahr außerordentlich gut entwickelt, ein Schwarm steht nur kurz bevor, nach meinem Erachten, weshalb der Entschluss zur Ablegerbildiung bei diesem Volk fiel.

Die Laune der Bienen war miserabel. Dutzende flogen mich nach dem Öffnen der Beute an und hätten mich wohl gerne ins Gesicht gestochen, hätte ich den Schleier nicht angehabt. Trotz dieser eher schlechten Bedingungen – es regnete auch immer wieder kurz – wollte ich das Schröpfen unbedingt durchziehen, um einen Schwarm definitiv zu verhindern. Ich suchte also zunächst die Königin und entdeckte sie auf der vierten Brutwabe des zweiten, also oberen Brutraumes. Unter Zuhilfenahme der Königinnenzange griff ich zunächst die Königin, dann nahm ich 4 Brutwaben mit ansitzenden Bienen und hängte diese in die neue Beute. Dazu gab ich noch eine Futterwabe und eine Wabe mit etwas Wasser. Anschließend schüttelte ich noch die Bienen von 3 weiteren Waben in die neue Beute und gab zum Schluss die Königin auf die Oberträger.

Die komplett verschlossene Beute brachte ich dann zu einem benachbarten Imker. Sein Bienenstand liegt zwar nicht außerhalb des 3 Kilometer Radius, es sollten aber trotzdem keine Bienen aus dem Ableger zurück an meinen Stand fliegen.

Der Ableger muss nun einige Zeit (wie lange weiß ich noch nicht genau) auf diesem fremden Stand stehen. Wenn die Bienen im Ableger ihre eigentliche Herkunft „vergessen“ haben, dann darf das gesamte Volk wieder zurück zum Krautgarten. Mit dieser Methode ist gewährleistet, dass die Flugbienen im Ableger bleiben und nicht gleich wieder zurück zu ihrem Muttervolk fliegen.

Hier jedenfalls der neue, kurzzeitige Standort meines Königinnenablegers:

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Das nächste Volk, das geschröpft werden muss, ist Volk 1. Bei den Völkern 2 und 4 ist noch keine Schwarmstimmung zu erkennen.

Alle Honigräume nehmen an Gewicht zu.

Hier noch ein aktuelles Bild vom Stand am Krautgarten:

IMG_8669

Die kleineren Beuten im Hintergrund sind zwei bereitgestellte Kästen für die nächsten Ableger. Im Moment sind sie noch leer und verschlossen.

Das einzargige Volk mit dem blauen Riemen gehört dem benachbarten Imker. Er verfährt mit seinen Ablegern genau wie ich. In wenigen Tagen / Wochen wird er sein Ablegervolk wieder an seinen eigenen Stand zurückbringen.

Auf dem Bild ist der leicht grüne Flaum zu erkennen, der sich langsam vor den Beuten bildet. Ich habe rund um den Bienenstand Phacelia gesäht. Eine Bienenweide.

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