Reinigungsflug 2015

Der 20. Februar 2015 war ein wirklich wunderbar sonniger Tag mit bis zu 14 Grad Celsius. Ich entschloss mich also, etwas früher in das Wochenende zu starten und mal bei den Bienen vorbeizuschauen.

Was ich vorfand war teils erfreulich, teils aber auch traurig. Ein Volk hat den Winter nicht überstanden. Das ist damit mein allererstes Volk, das einen Winter nicht überstanden hat. Mir fiel zunächst auf, dass kein Flugbetrieb vor dem Flugloch herrscht. Als ich es dann öffnete, fand ich nur noch etwa 30 tote Bienen vor. Über die Gründe kann ich nur spekulieren. Ich vermute folgendes:

Das Volk war im Sommer 2014 mein stärkstes Volk, also dachte ich mir, ich könnte es ja auf zwei Zargen einwintern. Im Herbst hatte dieses Volk aber extrem an Stärke abgenommen. Ich entschloss mich trotzdem, das Volk in zwei Zargen über den Winter zu bringen. Die obere Zarge war mit reichlich Futter bestückt. Ich vermute nun, dass das Volk einfach zu klein war und die wenigen Bienen den großen Hohlraum nicht haben „heizen“ können. Futtermangel lag definitiv nicht vor. Auch der Gedanke, das die Bienen, wie man so schön im Imkerdeutsch sagt “ vom Futter abgerissen sind“, also der Weg von der Bienentraube zu den Futterwaben zu weit war, trifft nicht zu. Die Varroabehandlung habe ich 2014 ordnungsgemäß durchgeführt, sonstige Krankheiten sind auch nicht zu erkennen.

Ich denke also, ich habe den wenigen Bienen zu viel Raum gegeben und sie sind schlicht weg erfrohen.

Wenn ich von anderen Imkern höre, die teilweise mehr als 50 % ihrer Völker über den Winter verlieren, dann ist der Verlust von einem Volk wohl noch akzeptabel. Einziges Problem: Es wird dieses Jahr definitiv weniger Honig geben.

Was man auch noch ergänzen muss: Der Winter ist noch nicht vorbei. Volk 1 und 2 (von links nach rechts) sind sehr stark und werden mit großer Wahrscheinlichkeit über den Winter kommen. Volk 4 ist mittelprächtig aber auch da bin ich zuversichtlich.

Die wirklich harte Zeit kommt für die Bienen jetzt im März. Die Königinnen beginnen bereits jetzt mit der Eiablage. Die Brut ist zu pflegen und diese Brutpflege verbraucht ordentlich Energie, im März finden die Bienen aber draussen noch nicht genug Futter, weshalb die Futterbestände im Volk aufgebraucht werden. Ich werde also im März eine Durchsicht machen müssen, um zu prüfen, ob genug Futter vorhanden ist.

Um Verluste, wie den oben beschriebenen, besser abpuffern zu können, habe ich mich entschlossen, den Bienenstand dieses Jahr um ein paar Bienenvölker zu erweitern bzw. selbst Ableger aus den starken Völkern zu schaffen. Ich denke, ein Bestand von 6 bis 8 Völkern ist realistisch und vom Arbeitsaufwand noch zu bewältigen.

Ansonsten war mein Besuch bei den Bienen sehr erfreulich. Nach so langer Abstinenz freue ich mich sehr, wieder Bienen vor dem Flugloch zu sehen. Die Bienen nutzen solch warme, sonnige und windstille Tage für den Reinigungsflug. Über den Winter staut sich in der Kotblase einiges an, was dann bei einem kurzen Ausflug entsorgt wird.

Auf dem Bild sind die braunen Tupfer im Schnee gut zu sehen.

Reinigungsflug

Um sich vor Krankheiten zu schützen, vermeiden es die Bienen, ihr Geschäft innerhalb des Stockes zu verrichten.

Auf dem Video ist gut zu erkennen, dass das Volk 1 und 2 regen Flugbetrieb zeigt. Das Volk 3 ist tot und Volk 4 hat mäßigen Flugbetrieb. Interessant auch die Art und Weise des Fluges zu Beginn des Videos. Die Bienen kreisen über den Beuten, was zum „Einnorden“ ihres inneren Kompass dient.

Am Ende des Videos schiebe ich eine Bodenplatte in den Boden der Beute. Wie oben beschrieben, beginnen die Bienen bereits jetzt zu brüten. Die Bienenbeuten haben alle einen Gitterboden, um im Normalfall die Luftzirkulation zu verbessern und damit auch das Schimmeln der Waben zu verhindern.

Jetzt, zu Beginn des Bienenjahres, versuche ich mit dem Verschließen des Gitterbodens, die Temperatur im Inneren der Beuten zu erhöhen, was dem Brutgeschäft zuträglich sein soll.

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